Wohnen im Pappkarton

1951 aus der Not gegründet - auch heute, fast 70 Jahre danach, nicht weniger aktuell


 
Zusammenlebens-Entwürfe

Soziale Kompetenz

humanitäre Engagements

1951 schien die kausale Lage einfacher: Die Primärbranchen boomen, Nahrung, Wohnungsbau, Infrastruktur. Der Bedarf ist groß. Allein zehntausende Heimatvertriebene erreichten seit Kriegsende die Ortenau, viele davon ohne Hof, Haus oder Wohnung. Für sie sollte die Baugenossenschaft günstigen Wohnraum bereitstellen. Nicht als Mieter, sondern als Mitglieder einer Gemeinschaft, die auf dem Prinzip der Solidarität als Anteilseigner an einer Genossenschaft wieder Eigentum und Grundbesitz erwerben konnten.

Kausalität wird komplexer - aber nicht weniger

Heute, 2018, ist die Kausalität der Not deutlich komplexer, wenn nicht gar unübersichtlich. Tektonische Verschiebungen der Arbeitswelt, der Weltpolitik, der Gesellschaft und nicht zuletzt der Werte, der Art, wie Denken und Handeln insbesondere auch medial zustande kommt, bieten dem Aufmerksamen ein breites Spektrum an Möglichkeiten für die Wahrnehmung sozialer Verantwortungsbereitschaft.

Im Rahmen ihrer Methode "Schaffen, Erhalten und Entwickeln von Wohn- und Lebensraum" und ihres Auftrags "insbesondere für bedürftige Menschen" iniziiert, betreibt und fördert die GEMIBAU viele Engagements mit humanitärem Charakter - nachfolgend ein paar Beispiele der "Sozialrendite" - Mehrwerte, die durch das Handeln der Genossenschaft entstehen.


 
Soziale Projekte

Beispiele

 
Kita Lahrer Pünktchen

Bereits 2012 hatte die GEMIBAU das 1700 Quadratmeter große Areal in der Kaiserstraße 93a erworben, zusammen mit einem 900 Quadratmeter großen Parkplatz. Im Erdgeschoss des neu gebauten viergeschossigen Hauses mit 32 Wohnungen wird das "Lahrer Pünktchen" einziehen, eine von der gemeinnützigen Reha-Südwest Südbaden getragene Kindertagesstätte mit 40 Ganztagsplätzen und zehn Krippenplätzen für Kinder unter drei Jahren. Kinder mit und ohne Behinderung sollen sich dort begegnen. Eine Gruppe des Schulkindergartens Offenburg für sechs bis acht Kinder mit besonderem Förderbedarf, Entwicklungsverzögerungen und Körperbehinderungen wird ebenso in der inklusiven Einrichtung einen dauerhaften Platz finden. Ein Musterbeispiel der Inklusion.


 
Kesselstrassse 10 Offenburg

Preiswerter Mietwohnungsbau mitten in der Innenstadt - zumal für Menschen mit Handicap - ist kaum vorhanden. So hat die GEMIBAU in Abstimmung mit der Denkmalpflege und in Zusammenarbeit mit den Albert-Schweitzer-Werkstätten der Lebenshilfe Offenburg ein Wohnhaus für Menschen mit Handicap gebaut und damit deren Teilhabe am innerstädtischen Geschehen nur wenige Meter von der Fußgängerzone entfernt ermöglicht. Die Nutzung des Gebäudes ist durch einen langfristigen Nutzungsvertrag geregelt. Die GEMIBAU garantiert eine sichere und preisgünstige Miete - die Lebenshilfe regelt eigenständig die Vermietung der Wohnungen. Ein Projekt, das mehrfach ausgezeichnet wurde.


 
Integrationszentrum für Suchterkrankte Lahr

Die GEMIBAU errichtet in der Lahrer Turmstraße 14 ein Integrationszentrum für Suchterkrankte. Über vier Stockwerke entstehen insgesamt 28 Appartements sowie zwei 3-Zimmer- und zwei 4-Zimmer-Wohnungen. Das Objekt wird langfristig an die Arbeitsgemeinschaft für Gefährdetenhilfe der Erzdiözese Freiburg (AGJ) vermietet. In verschiedenen Wohngruppen sollen zentral Menschen Betreuung finden, die aufgrund persönlicher Probleme auf Hilfe angewiesen sind.


 
Frauenhaus

Die Geschäftsstelle des Vereins "Frauen helfen Frauen Ortenau e.V." ist Genossenschaftsmitglied der GEMIBAU. Die GEMIBAU unterstützt die vom Verein betreuten Frauen bei der Wohnungssuche und hilft ihnen damit, eine neue Eigenständigkeit aufzubauen.


 
Flüchtlinge

Unabhängig von politischen Diskussionen gibt es akute Handlungsnotwendigkeiten, die sich schlicht im Wert der Humanität begründen. Die GEMIBAU hilft als Wohnungsbaugenossenschaft selbstverständlich unterkunftssuchenden Flüchtlingen.


 
Wohngruppen in Offenburg

Die Albert-Schweitzer-Werkstätte der Lebenshilfe Offenburg-Oberkirch e.V. hat von der GEMIBAU 2 Wohnungen in der Hindenburgstraße 22 und 1 Wohnung in der Ahornallee 7 angemietet.


 

Angesichts der demografischen Entwicklung, aufgrund derer es immer mehr Senioren gibt, die ein immer höheres Lebensalter erreichen, reagiert die GEMIBAU mit einem attraktiven Angebotsportfolio für seniorengerechtes Wohnen. Dazu gehört auch, vorhandene Wohnungen mit einem gehobenen Maß an Service auszustatten. In Zusammenarbeit mit der AWO, Caritas und Diakonie und nach Zeichnung von GEMIBAU-Geschäftsanteilen können Senioren als Mitglieder der Genossenschaft das Service-Wohnen der GEMIBAU in Anspruch nehmen.

Offenburg, Walter-Clauss-Straße/Oskar-Muser-Straße

Offenburg, Bauerngasse

Offenburg, Altenburger Allee

Lahr, Klostermühlgasse

 

auch interessant:

Die Vielfalt der Erwartungen

Häufiges Vorstellungsideal einer "modernen Villa"

Bau!
Schau, wem.

Ein Haus zu bauen, ein einzelnes, freistehendes und ein mindestens so frei gedachtes, das scheint anspruchsvoll. "Individuell-kreative Architektur", so eine häufige Meinung, sei der höchste Grad an Herausforderung und definiere das obere Ende auf der Skala für "gute Architektur". Ein Wertmaßstab, der beim Sozialen Wohnungsbau komplett versagt ...

Die Vielfalt der Erwartungen

Familie Issa aus Hama, Syrien, seit 2014 in Deutschland<

Der Mensch braucht Raum

Wo der Individualismus als kulturelle Errungenschaft gewollt und erkämpft wird, per Gesetz geschützt und verteidigt, sieht er sich in der Begegnung mit sich selbst - also personifiziert in einem gleichermaßen individuellen wie andersartigen Gegenüber - gerne bedrängt. Dies um so mehr, je häufiger diese Begegnungen stattfinden, sprich je dichter Menschen miteinander leben. Eine besondere Herausforderung für den Sozialen Wohnungsbau ...

Mut zum Wohlfühlen

Familie Issa aus Hama, Syrien, seit 2014 in Deutschland<

"Die unten grillen schon wieder"

In unseren Breitengraden ist ein grünes, gar buntes Haus ein eher ungewohnter Anblick. Die Fassadenfarben sind hier eher gedämpft. Gerne "neutral", also weiß oder grau. Vielleicht auch ein bisschen ocker. Entsprechend dem Temperament. Doch interessanterweise wird der Mangel an Temperament sofort bestritten, der an Farbenfröhlichkeit jedoch nicht. Gibt es da keinen Zusammenhang?